Unbedachter Gottesdienst

Kürzlich gaben die beiden Groß-Kirchen in Wuppertal einen sog. „ökumenischen Gottesdienst“ für Menschen, die ohne Trauerfeier bestattet wurden. Das Ordnungsamt organisiert dann Sozialbestattungen ohne Trauerfeier, wenn ein Verstorbene keiner Angehörigen hat. (mehr bei njuuz)

Es eine Schande, dass Menschen ohne Geleit und Trauerfeier bestattet werden müssen. Aber wie kann das sein, dass diese Menschen angesichts der von den Groß-Kirchen hochgehaltenen Nächstenliebe übersehen wurden. Da die sogenannten “Unbedachten” nun gestorben sind, wird die Barmherzigkeit hervor geholt und sie bekommen posthum Aufmerksamkeit geschenkt, bzw. die Großkirchen schenken sich die Gnade der Aufmerksamkeit.

In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass ein Viertel bis ein Drittel der “Unbedachten” vermutlich gar keine Christen waren. Diese Verstorbenen haben also gar nichts geglaubt, waren vielleicht Atheisten. Sie hätten eine derartige Feier u.U. gar nicht gewollt. So wäre zumindest die Beteiligung von praktizierenden Humanisten angemessen gewesen, die es ja in Wuppertal gibt.

Das wäre dann sicher kein “unbedachter Gottesdienst” geworden, sondern eine weltanschaulich unabhängige Trauerfeier. Wenn daran – auch – Kirchen Vertreter und Muslime u.a. teilnähmen, wäre dagegen sicher nichts einzuwenden.

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